• News - 13. März 2017

    Ein Rollentausch verhilft zu mehr Selbstsicherheit

    Story-Image Pagewide.png

    In Sidon, der viertgrössten Stadt im Libanon, haben Jugendliche kürzlich die Rolle der Lehrer übernommen, dies im Rahmen eines dreitägigen Programmes zur Förderung von Führungskompetenzen. Das Pilotprojekt lehrt den Jugendlichen Durchsetzungsvermögen und Selbstsicherheit.

    Fünf Mädchen und sieben Jungen stehen auf einem Fussballfeld vor einer grossen Gruppe von Lehrpersonen. 12 und 13 Jahre alt sind die Jugendlichen und die meisten von ihnen haben diese Lehrer vorher noch nie getroffen. Sie sind aufgeregt und nervös, denn normalerweise sind sie diejenigen, die zuhören und den Anweisungen der Lehrer folgen. Doch heute ist es anders. Heute werden sie die Lehrer unterrichten.

    Nachdem die Jugendlichen nun drei Tage mittels spezifischen Spielen Führungskompetenzen geübt und erfahren haben, was Respekt, Akzeptanz und Inklusion heisst, kreieren sie nun einen spielbasierten Lehrplan für die Erwachsenen. Sie wählen Spiele aus, bereiten sie vor und führen die Lehrer dann durch den spielbasierten Tag.

    Kinder lieben und verstehen Spiele. Es ist ihre Sprache. Der Rollentausch ermöglicht ihnen daher, einen Schritt weiterzugehen. Die Spiele anderen beizubringen, gibt ihnen Mut, lässt sie ihre Grenzen testen und wachsen. Am Ende des Tages erzählt Samira, eine 13-jährige Teilnehmerin, wie stolz sie ist, dass sie den Lehrern etwas Neues vermitteln konnte, das ihnen in ihrem Unterricht ebenfalls helfen wird.

    Das Echo auf das Pilotprojekt ist sehr positiv. Landesweit nehmen über 2'500 Kinder teil. 80% von ihnen sagt, dass es ihnen hilft, selbstsicherer zu werden und offener gegenüber anderen kulturellen Bevölkerungsgruppen. Durchgeführt wird das Programm von Right To Play und Partnern der UNESCO und dessen friedensfördernden Projekt HAWER.

    Gerade im Libanon, wo über eine halbe Million syrische und palästinensische Flüchtlinge leben, sind Themen wie Inklusion, Akzeptanz, Respekt und Selbstachtung sehr wichtig für das friedliche Zusammenleben. Viele der Jugendlichen, die an den Programmen teilnehmen, waren gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen und müssen nun ihr Leben in einem fremden Umfeld wieder aufbauen, wo sie mit neuen Regeln, Menschen und Kulturen konfrontiert sind.

    Das Programm wendet sich sowohl an Jugendliche in Flüchtlingslagern wie auch in den Gastgemeinschaften. Die spiel- und sportbasierten Aktivitäten geben ihnen eine gemeinsame Basis, machen Spass und fördern das Miteinander, die Zusammenarbeit und Inklusion. Für die Entwicklung der Jugendlichen ist dieses Sozialisation-Training sehr wichtig, denn sie lernen, andere zu akzeptieren, respektieren und mit ihnen zusammenzuleben. Dies hilft, Spannungen abzubauen und fördert den Prozess der Friedensbildung.

      
Act