• Girl Power in Jordanien: mit Fussball Grenzen durchbrechen

    Main_Story_Image.jpg

    „Ich habe auf unserem Zwei Quadratmeter grossen Balkon Fussball gespielt," erzählt die 12-jährige Sara. „Ich hatte immer Angst, dass mich jemand beim Spielen sehen würde, also verbarg ich meine Liebe für den Fussball." Sara lebt in Al-Shameyeh in Jordanien, eine Region, die mehrheitlich von konservativen Beduinen Familien bevölkert ist und es Mädchen normalerweise nicht erlaubt ist, Fussball zu spielen.

    Im Rahmen des „Generation Amazing" Programms wurde 2015 ein neues Fussballfeld in der Region Al-Shameyeh eingeweiht, damit die Kinder aus der Umgebung einen Ort zum Spielen haben. Doch an der Eröffnungsfeier und am Programm nahmen keine Mädchen teil, die Gemeinde wollte das nicht.

    Heute hat sich die Situation verändert und Sara und ihre Freundinnen spielen regelmässig auf diesem Feld. Als Strategie- und Umsetzungspartner von Generation Amazing in Jordanien hat Right To Play viel Überzeugungsarbeit in der Gemeinde geleistet. In monatlichen Treffen mit den Eltern und Gemeindemitgliedern, wurden diese über die Inhalte des Programms informiert. Nach und nach verstanden sie, wie wichtig Sport für Jungen und Mädchen ist, um sich zu entwickeln. Nun hat sich der Widerstand nicht nur verflüchtigt, sondern die Initiative wird von der Gemeinde mitgetragen.

    GirlPower_FBIG1.png

    „Der Tag an dem ich zum ersten Mal auf das Fussballfeld trat, fühlte sich an wie ein wahrgewordener Traum," erinnert sich Sara. Ich hätte nie gedacht, dass meine Eltern mir erlauben würden, in der Öffentlichkeit Fussball zu spielen. Jetzt komme ich jeden Tag hier her und überzeuge viele Mädchen, bei den Trainings mitzumachen."

    Auch die 10-jährige Mecca freut sich über die neue Entwicklung. „Ich habe früher immer alleine in unserem kleinen Garten Fussball gespielt. An meinem ersten Tag auf dem Fussballfeld dachte ich, die Jungen würden kommen und mich nach Hause schicken. Aber ich durfte bleiben und spielen. Ich glaube die Leute in der Region haben nun gelernt, dass Mädchen dieselben Rechte haben wie Jungen. Durch das Fussballspielen habe ich auch schon viele neue Freunde gefunden."

    Viele Eltern ermutigen nun ihre Töchter, an den organisierten Aktivitäten teilzunehmen, wo sie Fussball spielen und ihre Erfahrungen mit anderen Kindern austauschen können. Gleichzeitig lernen die Kinder, im Team zusammenzuarbeiten und erhalten neue Perspektiven über Inklusion und Geschlechtergerechtigkeit.

    „Der erste wichtige Schritt war es, Geschlechternormen zu hinterfragen und den Mädchen die Teilnahme an diesem Programm zu ermöglichen," erklärt Thamer Bataineh, Projekt-Koordinator für Right To Play. „Nun brauchen wir mehr Publicity und Visibilität von Mädchen, die spielen und Sport betrieben. So können wir bestehende Stereotypen überwinden und die Gemeinde wird sich daran gewöhnen, dass auch Mädchen öffentliche Spielfelder für sich beanspruchen."

      
Act