• Überfüllte Klassenzimmer – gute Lernresultate dank pädagogischen Spielen

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    In einem kleinen Klassenzimmer, mit einem Blechdach überdeckt und offenen Fensterlücken, sitzt eine grosse Schar Kinder in engen Reihen. Sie füllen den Raum praktisch komplett aus. Über 200 Kinder besuchen Esthers Klasse, einer Lehrerin der Duthumi Grundschule in Morogoro, Tansania.

    Seit 2015 ist der Schulbesuch in Tansania gratis. Dies eröffnete Tausenden von Kindern ganz neue Möglichkeiten. Doch diese Veränderung bringt das Schulsystem auch an seine Grenzen: Landesweit hat die Anzahl Schüler pro Klasse exponentiell zugenommen. Esthers Klasse zählte vor weniger als einem Jahr noch 124 Schüler, jetzt sind es 286. Im Gegensatz dazu hat die Anzahl Grundschullehrer an dieser Schule abgenommen. Momentan unterrichten 12 LehrerInnen über 1000 Kinder.

    „Für die Lehrpersonen ist es eine immense Herausforderung, so viele Kinder gleichzeitig zu unterrichten“, erklärt Esther. „Ein direkter Austausch mit den einzelnen Schülern ist nahezu unmöglich. Ich brauche mehr Zeit, um den Unterrichtsstoff zu vermitteln, und es ist schwer, die Aufmerksamkeit der SchülerInnen zu halten. Dies ist der Grund, weshalb wir Lehrer oft erschöpft und demotiviert sind und Kinder häufig fehlen oder die Schule gar abbrechen, da sie im Unterricht zu wenig eingebunden werden und sich langweilen.“

    Der Ansatz von Right To Play basiert auf spielerischen Aktivitäten, welche die Kinder ins Zentrum stellen, ihnen Spass machen und gute Lernfortschritte verzeichnen. Esther ist sehr froh über die didaktischen Spiele, da sie die Kinder zum Lernen motivieren. Und vor allem laden sie alle ihre SchülerInnen zum aktiv Mitmachen ein, was zu einer positiven Interaktion zwischen ihr und den Kindern führt.

    Esther hat das Lehrertraining von Right To Play im letzten Juni zusammen mit den anderen Lehrpersonen der Schule absolviert. Dieses hat ihnen nützliche Anleitungen gegeben, welche sie Schritt für Schritt durch die Planung einer spielbasierten Unterrichtsstunde führen, wie auch eine Liste von möglichen Spielen zu den jeweiligen Lernzielen im Lehrplan.

    Des Weiteren wurden sie darin geschult, wie sie die Kinder durch den Prozess des „Reflektieren, Verbinden und Umsetzen“ führen können, welcher den Spielen in Form von Diskussionsrunden folgt. Dafür erhielten sie einen nützlichen Katalog an Beispielfragen. Diese geführten Diskussionen sind nämlich ein sehr wichtiger Teil des spielbasierten Unterrichts: Die LehrerInnen fordern die Kinder dazu auf, zu überlegen, was ihnen das Spiel vermittelt und diese Information mit eigenen Erlebnissen in und ausserhalb der Schule zu verknüpfen. Ziel ist es, dass die Kinder diese Erkenntnisse zukünftig im Lernprozess wie auch allgemein im Leben anwenden können. Dank diesen Diskussionsrunden werden die Spiele ein gezieltes Unterrichtsinstrument.

    Den Kindern hilft diese Methodik, den Lernstoff zu verarbeiten und festigt das, was sie in jeder Aktivität spielerisch lernen. Esther bestätigt, dass die Einführung der Spiele im Klassenzimmer eine grosse Erleichterung für die Lehrer bedeutet. „Das Unterrichten ist einfacher geworden, da ich mich nun gut auf die Stunden vorbereiten kann. Die Kinder haben grosse Freude an den Liedern und Spielen, mit denen sie sich den im Lernplan festgehaltenen Stoff aneignen. Zudem ist es einfacher geworden, diese grosse Klasse unter Kontrolle zu halten. Es macht mich glücklich zu sehen, dass nun alle Kinder am Unterricht teilnehmen und Gelegenheit zum Lernen und Wachsen haben.“

      
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